
Nach der Runde ist vor der Runde? Nicht immer – denn nur wer als Gründer*in Fehler vermeidet, kommt voran.

Du hast gegründet – herzlichen Glückwunsch! Doch jetzt beginnt die eigentliche Herausforderung. Viele Startups scheitern nicht an der Idee, sondern an vermeidbaren Fehlern in der frühen Wachstumsphase.
Viele Gründerinnen und Gründer starten mit einer guten Idee aber ohne konkreten Plan. Ein Businessplan gilt oft als lästige Pflichtübung für Banken oder Förderanträge. Dabei ist er vor allem eines: ein Denkwerkzeug. Er zwingt dich, dein Geschäftsmodell wirklich durchzudenken. Wer zahlt eigentlich? Warum bei mir und nicht bei der Konkurrenz? Was passiert, wenn die erste Annahme nicht stimmt? Wer diese Fragen nicht beantworten kann, stolpert spätestens beim ersten Gegenwind.
✔ Erstelle zumindest einen einseitigen «Lean Canvas» mit Zielgruppe, Problemlösung, Einnahmequellen und wichtigsten Kennzahlen.
«Wir haben das Geld unterschätzt» ist ein Satz, den Coaches immer wieder hören. Liquiditätsengpässe gehören zu den häufigsten Gründen für frühe Insolvenzen. Das Problem: In der Planungsphase denkt man meistens im besten Fall. Lieferanten, Technik, Versicherungen, Lizenzgebühren, Steuerberatung, all das summiert sich schneller als erwartet. Und dann kommt noch das Unvorhergesehene dazu: ein Kunde zahlt spät, ein Tool wird teurer, ein Launch verzögert sich.
✔ Plane immer mit einem Puffer von mindestens 20–30 % auf deinen geschätzten Kosten und behalte deine Liquidität monatlich im Blick.
Gerade in der Anfangsphase wird das Thema Steuern gerne auf später verschoben bis der Finanzamtsbescheid kommt. Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Gewerbesteuerpflicht, korrekte Rechnungsstellung. Wer diese Dinge nicht von Anfang an im Griff hat, zahlt im wahrsten Sinne des Wortes drauf. Zudem kostet nachträgliche Buchhaltung deutlich mehr Zeit und Geld als laufend gepflegte Unterlagen.
✔ Hole dir frühzeitig Unterstützung von einem Steuerberater. Die Kosten dafür zahlen sich fast immer aus.
Viele Gründer verliebt sich in ihr Produkt und vergessen dabei zu fragen, ob der Markt das überhaupt will. «Build it and they will come» funktioniert selten. Wer Monate in ein Produkt investiert, ohne vorher echte Menschen zu befragen, riskiert, an der Realität vorbei zu entwickeln. Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Motivation.
✔ Führe vor dem Launch echte Gespräche mit potenziellen Kunden. Fünf ehrliche Interviews sagen mehr als jede Theorie.
«Unser Produkt ist für alle» ist keine Strategie, das ist ein Problem. Wer alle ansprechen will, erreicht niemanden wirklich.
✔ Definiere deine ideale Kundin oder deinen idealen Kunden möglichst genau: Alter, Beruf, Probleme, Kaufmotivation.
Gute Produkte verkaufen sich nicht von allein. Wer erst nach dem Launch anfängt, über Marketing nachzudenken, verliert wertvolle Zeit. Denk frühzeitig an:
Gerade online braucht es Monate, bis Content, SEO oder Social Media Früchte tragen. Wer zu spät startet, wird ungeduldig und gibt wieder zu früh auf.
✔ Starte deine Marketingaktivitäten parallel zur Produktentwicklung. Aufmerksamkeit aufzubauen braucht Zeit.
Der «Ich schaffe das schon allein»-Ansatz kostet Energie, Zeit und Qualität. Delegieren ist keine Schwäche, sondern Unternehmertum.
✔ Identifiziere frühzeitig Aufgaben, die du abgeben kannst auch wenn es Überwindung kostet.
Gründen ist kein Einzelsport. Fehlende Kontakte bedeuten fehlende Chancen für Kooperationen, Empfehlungen und Feedback.
✔ Besuche Netzwerkveranstaltungen, tritt Gründergruppen bei und pflege aktiv deine Kontakte.
Skalierung klingt verlockend aber Wachstum ohne stabiles Fundament kann ein Unternehmen schneller ruinieren als Stagnation.
✔ Wachse erst dann, wenn Prozesse, Team und Finanzen stabil sind.
Kundenfeedback ist Gold. Wer es ignoriert oder gar nicht erst fragt, entwickelt an der Realität vorbei.
✔ Richte von Anfang an einfache Feedbackschleifen ein – eine kurze Umfrage, ein monatliches Kundengespräch, eine Bewertungsbitte per E-Mail.
Fehler gehören zum Gründen dazu aber viele lassen sich mit dem richtigen Wissen vermeiden. Der erste Schritt ist, sie zu kennen. Die zweiten, konkreten Maßnahmen zu ergreifen, bevor sie zum Problem werden. Du musst das nicht allein durcharbeiten: Gute Begleitung durch Coaching oder Mentoring kann den Unterschied zwischen Scheitern und Durchstarten bedeuten.
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