Die Lean Startup Methode – einfach erklärt

Startup Coach Moritz Grumbach

Hier erfährst Du, woraus die Lean Startup Methodik besteht und wo sie hilft, Startups besser zu machen.

Startups können stark von der Build-Measure-Learn-Schleife profitieren, die ihnen hilft, wertvolle Erkenntnisse zu sammeln und fundierte Entscheidungen für ihr Wachstum zu treffen. Ob durch Startup Beratung oder Startup Coaching, die
März 1, 2024

Inhaltsverzeichnis

Lean Startup ist eine Methodik, die von Eric Ries entwickelt wurde und darauf abzielt, Startups effizienter zu machen. Sie basiert auf der Idee, Produkte oder Dienstleistungen schnell auf den Markt zu bringen, um direktes Kundenfeedback zu erhalten und dann basierend auf diesem Feedback das Angebot anzupassen.

Für den konkreten Einsatz der Lean Startup Methode kann ich Dir innerhalb eines Startup Coachings helfen.

Alles andere erfährst Du in diesem Artikel.

Überblick und Prinzipien der Lean Startup Methodik

Für Startups ist die Lean Startup Methodik besonders relevant, da sie oft mit begrenzten Ressourcen operieren und schnell validieren müssen, ob ihr Geschäftsmodell tragfähig ist. Durch den Einsatz von Lean-Prinzipien können Startups schneller lernen, was ihre Kunden wirklich wollen, und so Zeit und Geld sparen, die sonst in die Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen fließen würden, für die möglicherweise kein Markt besteht. Dabei kommen stets mehrere Prinzipien zum Einsatz 

1. Kundenorientierte Entwicklung

Das Herzstück der Lean Startup Methodik ist die kundenorientierte Entwicklung. Dieser Ansatz betont die Bedeutung des Kundenfeedbacks schon in den frühen Entwicklungsphasen. Statt viel Zeit und Ressourcen in die Entwicklung eines perfekten Produkts zu investieren, empfiehlt Lean Startup, eine Grundversion zu erstellen und diese den Kunden zur Bewertung vorzulegen.

2. Minimum Viable Product (MVP)

Ein zentrales Konzept der Lean Startup Methodik ist das Minimum Viable Product, kurz MVP. Ein MVP ist eine Produktversion mit ausreichend Funktionen, um Kunden anzuziehen und valides Feedback für zukünftige Produktentwicklung zu erhalten. Es geht nicht darum, ein unvollständiges Produkt zu veröffentlichen, sondern vielmehr darum, den Kernnutzen des Produkts so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen.

3. Validiertes Lernen

Validiertes Lernen steht im Mittelpunkt der Lean Startup Methodik. Es geht darum, Annahmen über das Geschäftsmodell so schnell wie möglich zu testen, um zu lernen, was funktioniert und was nicht. Dieser Prozess beinhaltet das Setzen von Hypothesen, das Durchführen von Experimenten und das Messen der Ergebnisse, um Entscheidungen auf der Grundlage von Daten und nicht auf Annahmen zu treffen.

4. Agile Entwicklung

Lean Startup bezieht sich stark auf die Prinzipien der agilen Entwicklung. Agile Entwicklung bedeutet, in kurzen Zyklen zu arbeiten, schnell auf Veränderungen zu reagieren und kontinuierlich Verbesserungen vorzunehmen. Diese Methode ermöglicht es Startups, flexibel zu bleiben und sich schnell an Veränderungen im Markt oder Kundenfeedback anzupassen.

Praktische Anwendung der Lean-Startup-Methodik

1. Aufbau von Feedback-Schleifen

Eine der Schlüsselkomponenten der Lean Startup Methodik ist der Aufbau effektiver Feedback-Schleifen. Startups sollten Mechanismen implementieren, die es ermöglichen, kontinuierlich Kundenfeedback zu sammeln und zu analysieren. Dies kann durch Online-Umfragen, Kundeninterviews, Nutzungsdatenanalyse und andere Methoden erfolgen. Die zentrale Idee ist, dass dieses Feedback schnell in den Entwicklungsprozess einfließt, um das Produkt oder die Dienstleistung entsprechend anzupassen.

2. Hypothesen testen und Pivotieren

Lean Startups basieren auf der Idee, Hypothesen zu formulieren und diese durch Experimente zu testen. Eine Hypothese könnte beispielsweise eine Annahme über eine bestimmte Kundenpräferenz oder ein Geschäftsmodell sein. Durch gezielte Experimente wird diese Hypothese überprüft. Das Pivotieren, also die grundlegende Änderung der Strategie basierend auf den Lernerfahrungen, ist ein wesentlicher Aspekt, wenn die Daten zeigen, dass die ursprünglichen Annahmen nicht haltbar sind.

3. Messinstrumente und Metriken

Um den Erfolg der Lean Startup Methodik zu messen, ist es wichtig, die richtigen Metriken zu wählen. Startups sollten sich auf Metriken konzentrieren, die Aufschluss über Kundenverhalten und Produktakzeptanz geben, wie z.B. Nutzerwachstum, Engagement-Raten und Konversionsraten. Die Wahl der richtigen Metriken hilft, den Fokus auf das zu legen, was wirklich wichtig ist, und verhindert, dass man sich in weniger relevanten Daten verliert.

Fallstudien und Beispiele

Erfolgreiche Lean Startups

1. AirBnB

Airbnb ist eines der Paradebeispiele für die Anwendung der Lean-Startup-Methode. Das Unternehmen, das heute als Synonym für die Sharing Economy gilt, begann mit einem sehr grundlegenden Produktkonzept und einer simplen Website. Hier sind die Schlüsselschritte, wie Airbnb die Lean-Startup-Methode genutzt hat:

  1. Ausgangslage und Problemidentifikation: Die Gründer von Airbnb, Brian Chesky und Joe Gebbia, hatten die Idee, als sie Schwierigkeiten hatten, ihre Miete zu bezahlen und bemerkten, dass alle Hotels in ihrer Stadt ausgebucht waren.
  2. Erstellung eines Minimum Viable Product (MVP): Sie stellten Luftmatratzen in ihrem Wohnzimmer auf und boten einen Platz zum Schlafen mit Frühstück an. Diese einfache Lösung ermöglichte es ihnen, ihre Grundannahme zu testen: Dass Menschen bereit wären, in privaten Wohnungen zu übernachten, um Geld zu sparen oder eine authentischere Reiseerfahrung zu haben.
  3. Validiertes Lernen durch Feedback: Die Gründer erhielten direktes Feedback von ihren ersten Gästen, was ihnen half, ihre Dienstleistung zu verbessern. Sie lernten, dass Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Vertrauen Schlüsselfaktoren für ihren Marktplatz waren.
  4. Iterative Produktentwicklung: Basierend auf dem Nutzerfeedback entwickelten sie die Website und die Prozesse weiter. Sie fügten beispielsweise professionelle Fotografien der Unterkünfte hinzu, was zu einer erheblichen Steigerung der Buchungen führte.
  5. Pivotierung und Anpassung: Ursprünglich hatten sie die Plattform auf Großveranstaltungen und kurzfristige Bedarfe ausgerichtet, aber bald erweiterten sie ihre Zielgruppe und boten die Dienstleistung global und für alle Arten von Reisenden an.
  6. Skalierung: Nachdem die Gründer die Produkt-Markt-Passung erreicht hatten, fokussierten sie sich auf die Skalierung des Geschäfts. Sie erhöhten das Kapital durch Angel-Investoren und Venture-Capital-Firmen, was es ihnen ermöglichte, ihre Plattform international auszubauen und das Angebot zu diversifizieren.

Durch diesen iterativen Prozess, der stark auf Kundenfeedback und schnelles Lernen ausgerichtet war, konnte Airbnb seine Dienstleistung verbessern und expandieren. Die Gründer nutzten jede Gelegenheit, um zu lernen und das Produkt anzupassen, was zu dem globalen Erfolg beigetragen hat, den das Unternehmen heute genießt.

2. Dropbox

Dropbox ist ein weiteres oft zitiertes Beispiel für die erfolgreiche Anwendung der Lean-Startup-Methodik. Hier sind die Schlüsselschritte, die Dropbox auf seinem Weg zum Erfolg unternommen hat:

  1. Ausgangslage und Problemidentifikation: Drew Houston, der Gründer von Dropbox, hatte das Problem, dass er ständig seinen USB-Stick vergaß und somit keinen Zugriff auf seine Dateien hatte, wenn er sie brauchte. Er erkannte, dass bestehende Lösungen für die Synchronisation und Speicherung von Dateien über das Internet zu kompliziert oder fehleranfällig waren.
  2. Erstellung eines Minimum Viable Product (MVP): Houston entwickelte die erste Version von Dropbox, die grundlegende Funktionen der Dateisynchronisation bot. Anstatt jedoch sofort in den Bau einer kompletten Software zu investieren, entschied sich Houston für einen anderen Ansatz: Er produzierte ein einfaches Demonstrationsvideo, das die Funktionsweise von Dropbox erklärte und das Interesse potenzieller Nutzer wecken sollte.
  3. Validiertes Lernen durch Feedback: Das Video wurde auf einer einfachen Webseite platziert, auf der sich Interessenten für die Beta-Version anmelden konnten. Das Video ging viral, und die Anmeldungen schossen von 5.000 auf über 75.000 über Nacht. Dies validierte die Nachfrage und das Interesse an einer einfacheren Speicherlösung.
  4. Iterative Produktentwicklung: Basierend auf dem Feedback der ersten Nutzergruppe, die die Beta-Version testete, verbesserte Houston kontinuierlich das Produkt. Die Nutzer halfen, Bugs zu identifizieren und gaben wertvolles Feedback zur Benutzerfreundlichkeit.
  5. Pivotierung und Anpassung: Während Dropbox nicht signifikant von seinem ursprünglichen Produktkonzept abwich, gab es dennoch Anpassungen im Geschäftsmodell und in der Feature-Set-Priorisierung aufgrund des Nutzerfeedbacks.
  6. Skalierung: Nachdem die Kernfunktionen feststanden und das Feedback der Nutzer positiv war, begann Dropbox mit dem Skalierungsprozess. Das Unternehmen sammelte Finanzmittel durch Seed-Investoren und später durch eine Serie-A-Finanzierung, was den Weg für schnelles Wachstum und eine Ausweitung des Nutzerkreises ebnete.

Durch die Anwendung der Lean-Startup-Methoden konnte Dropbox schnell wachsen und wurde zu einem der führenden Anbieter von Cloud-Speicherlösungen. Der Fokus lag stets auf dem Nutzerfeedback und der schrittweisen Verbesserung des Produkts, was die Grundlage ihres Erfolgs bildet.

3) Zalando

Zalando, der heute führende Online-Modehändler in Europa, ist ebenfalls ein Beispiel für ein Unternehmen, das Prinzipien des Lean Startups genutzt hat, um zu wachsen und sich zu etablieren. Hier ist, wie Zalando die Lean-Startup-Methode anwendete:

  1. Ausgangslage und Problemidentifikation: Die Gründer von Zalando sahen eine Lücke im Markt für den Online-Schuhhandel in Deutschland, inspiriert durch das US-amerikanische Unternehmen Zappos.
  2. Erstellung eines Minimum Viable Product (MVP): Zalando startete mit einem sehr einfachen Online-Shop, der ausschließlich Schuhe verkaufte. Die Website war funktional, aber weit entfernt von der komplexen und umfangreichen Plattform, die Zalando heute ist.
  3. Validiertes Lernen durch Feedback: In den Anfangstagen nutzte Zalando das Feedback von Kunden, um das Nutzererlebnis zu verbessern. Sie führten Kundenbefragungen durch, analysierten das Kaufverhalten und passten ihre Strategien entsprechend an.
  4. Iterative Produktentwicklung: Auf Basis des Kundenfeedbacks erweiterte Zalando kontinuierlich sein Angebot. Sie fügten neue Produktkategorien hinzu, wie zum Beispiel Bekleidung und Accessoires, und entwickelten eigene Marken.
  5. Pivotierung und Anpassung: Während Zalando seinen Fokus auf Mode beibehielt, erweiterten sie ihre Geschäftsstrategie, indem sie beispielsweise Luxusmarken aufnahmen und ein Partnerprogramm für andere Modehändler einführten.
  6. Skalierung: Nach der Festigung ihres Geschäftsmodells in Deutschland expandierte Zalando schnell in andere europäische Märkte. Das Wachstum wurde durch mehrere Finanzierungsrunden unterstützt, einschließlich Venture-Capital-Investitionen und schließlich einem Börsengang.

Durch die Nutzung der Lean-Startup-Prinzipien konnte Zalando seine Ressourcen effizient nutzen, schnell lernen und sein Angebot an die Bedürfnisse der Kunden anpassen. Diese Strategie ermöglichte es Zalando, sich von einem kleinen Start-up zu einem marktführenden E-Commerce-Unternehmen zu entwickeln.

Diese Beispiele zeigen, wie Lean-Startup-Prinzipien in der realen Welt angewendet werden können. Beide Unternehmen nutzten MVPs, um schnell und kostengünstig herauszufinden, ob ihre Geschäftsideen lebensfähig waren. Sie nutzten Kundenfeedback, um ihre Produkte zu verfeinern und anzupassen, bevor sie erhebliche Ressourcen in die Entwicklung investierten.

Herausforderungen und Grenzen der Lean Startup Methode

Mögliche Herausforderungen

Trotz seiner Vorteile stellt das Lean-Startup-Konzept auch einige Herausforderungen dar. Einer der Hauptkritikpunkte ist, dass es schwer sein kann, das richtige Gleichgewicht zwischen schnellem Lernen und der Entwicklung eines qualitativ hochwertigen Produkts zu finden. Ein zu frühes oder zu sparsames MVP könnte Kunden abschrecken, während ein zu spätes MVP wertvolle Marktchancen verpassen könnte.

Einschränkungen der Methodik

Die Lean-Startup-Methodik ist nicht in jedem Kontext gleich effektiv. In Industrien, die lange Entwicklungszyklen erfordern (wie beispielsweise in der Pharmaindustrie oder bei Hardware-Produkten), kann der Ansatz des schnellen Iterierens und Pivotierens schwierig sein. Außerdem ist die Methodik weniger geeignet für Produkte, die aufgrund ihrer Komplexität oder ihres Umfangs keine schnelle Marktvalidierung erlauben.

Tipps zur Bewältigung dieser Herausforderungen

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sollten Startups flexibel bleiben und bereit sein, ihre Strategien anzupassen. Sie sollten auch ein tiefes Verständnis für ihren Markt und ihre Kunden entwickeln, um sicherzustellen, dass ihre MVPs und Iterationen relevant und wertvoll sind. Wichtig ist auch, ein gutes Team zu haben, das sich schnell anpassen und aus Fehlern lernen kann.

Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Wiederholung der wichtigsten Punkte

Lean Startup ist eine Methodik, die darauf abzielt, den Prozess der Produktentwicklung und des Unternehmertums effizienter und risikoärmer zu gestalten. Durch den Fokus auf kundenorientierte Entwicklung, schnelles Lernen durch MVPs und agile Entwicklungspraktiken ermöglicht sie Startups, schnell und effektiv auf Marktanforderungen zu reagieren.

Abschließende Gedanken

Die Lean-Startup-Methodik hat sich als wertvolles Werkzeug für viele Startups erwiesen. Sie fördert eine Kultur des Experimentierens, des schnellen Lernens und der kontinuierlichen Anpassung, die für den Erfolg in der heutigen schnelllebigen Geschäftswelt entscheidend ist. Während die Methodik ihre Grenzen hat und nicht für jedes Unternehmen oder jede Branche geeignet ist, bietet sie doch wertvolle Einsichten und Ansätze, die in vielen unterschiedlichen Kontexten angewendet werden können.

Zusätzliche Ressourcen

Für weitere Informationen und Vertiefung empfehle ich das Buch „The Lean Startup“ von Eric Ries sowie verschiedene Online-Kurse und Workshops, die sich auf Lean-Methoden spezialisieren. Ebenso können Netzwerke und Gemeinschaften von Unternehmern wertvolle Unterstützung und Austauschmöglichkeiten bieten.

Moritz Grumbach

Hi, ich bin Moritz Grumbach - DeinStartup.Coach!
Vor meiner Zeit als Gründungsberater habe ich zwei Startups gegründet, mehrere Millionen Euro geraised und ein breites Netzwerk an Experten und Investoren aufgebaut. Heute berate ich Gründer*Innen beim Aufbau ihres Unternehmens, bin Mentor in einigen internationalen Accelerator-Programmen und unterrichte Entrepreneurship & Innovation an einer deutschen Hochschule.

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