Massen-Entlassungen im Silicon Valley: Platzt die Blase ein zweites Mal?

Startup Coach Moritz Grumbach

Seit dem Ende der Corona-Krise sind über eine Viertelmillion Tech-Jobs verloren gegangen.

Mann fühlt sich wegen möglicher Entlassungen gestresst, während er in einem Homeoffice im Silicon Valley an einem Laptop arbeitet.
März 20, 2024

Sichere Jobs in der IT? Das war einmal: seit geraumer Zeit erlebt die Tech-Branche, zumindest in den USA, eine Welle von Entlassungen, die an das Platzen der Dotcom-Blase erinnert. Seit Beginn 2024 wurden in den USA bereits über 50.000 Arbeitsplätze in mehr als 200 Technologieunternehmen gestrichen. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch für langjährige Angestellte verschärft, die zum Teil Gehaltseinbußen erdulden müssen.

Damit zieht sich ein großer Trend seit Ende der Corona Pandemie uneingeschränkt fort. Allein im Jahr 2023 verloren in über 1.200 Tech-Unternehmen mehr als 260.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Stellen. Im Jahr 2024 setzt sich diese Tendenz fort, mit weiteren 50.000 entlassenen Stellen seit Jahresbeginn, wie die Tracking-Website Layoffs.fyi berichtet. Im Februar erreichten die Entlassungen ein Niveau, das zuletzt während der Finanzkrise 2009 beobachtet wurde, bedingt durch großangelegte Entlassungen bei namhaften Unternehmen wie Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und anderen.

Die von Entlassungen betroffenen Tech-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichten von einem gestiegenen Wettbewerbsdruck auf dem Arbeitsmarkt. Die Stimmung unter den Tech-Angestellten ist dementsprechend auf einem Tiefpunkt, der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebung des Employee-Confidence-Index durch Glassdoor im Jahr 2016. Stellenausschreibungen fordern zunehmend höhere Qualifikationen, bieten jedoch geringere Gehälter als zuvor. Vor allem von den Entlassungen betroffenen Softwareentwicklerinnen und -entwickler sowie Data Scientists, die bisher sehr gefragt waren, überlegen nun, die Branche zu wechseln. Einziger Lichtblick ist das KI-Segment. Dort werden weiterhin Einstellungen im großen Stil vorgenommen, und führende KI-Ingenieurinnen und -Ingenieure können in den USA mehr als 190.000 Dollar pro Jahr verdienen.

Die massiven Entlassungen in der IT-Branche sind laut Meta-CEO Mark Zuckerberg teilweise auf die Anpassung an die Realität nach der Pandemie zurückzuführen. In einer ersten Welle wurden Mitarbeitende entlassen, die aufgrund von Expansionsplänen während der Pandemie eingestellt worden waren. In einer zweiten Phase zielen die Entlassungen darauf ab, die Unternehmen nachhaltiger zu gestalten. Zuckerberg betont, dass KI derzeit nicht der Hauptgrund für die Entlassungen sei, sondern vielmehr der Abbau von Überbesetzung und die Schaffung schlanker, effizienterer Unternehmen.

Mehr dazu auf CNBC.

Moritz Grumbach

Hi, ich bin Moritz Grumbach - DeinStartup.Coach!
Vor meiner Zeit als Gründungsberater habe ich zwei Startups gegründet, mehrere Millionen Euro geraised und ein breites Netzwerk an Experten und Investoren aufgebaut. Heute berate ich Gründer*Innen beim Aufbau ihres Unternehmens, bin Mentor in einigen internationalen Accelerator-Programmen und unterrichte Entrepreneurship & Innovation an einer deutschen Hochschule.

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