Magere Zeiten für Fitness Apps: Branche in der Krise

Startup Coach Moritz Grumbach

Nach dem Boom der Corona-Jahre macht sich in der Branche Ernüchterung bereit – „passive“ Fitness auf dem Vormarsch.

Ein müder Mann mit einem Handtuch über dem Kopf ruht sich nach dem Training aus, nachdem er im Fitnessstudio auf ein Problem mit seiner Fitness-App gestoßen ist.
März 28, 2024

Fitness-Studios, aber auch entsprechende Abnehm-Apps kennen es: Während zum Jahresbeginn dank guter Vorsätze die Anzahl der Mitglieder und Abonnenten rasant steigt, sinkt sie im Verlauf der nächsten 12 Monate wieder. Nach den Boom-Jahren während Corona jedoch befindet sich die einst gehypte Branche generell in einer teils heftigen Abwärtsbewegung, was sich in implodierenden Aktienkursen, Insolvenzen und einer Welle sogenannter „Down-Rounds“ widerspiegelts. Wie also geht es den Fitness-Anbietern heute? Vier Beispiele sollen eine Momentaufnahme geben:

Der Heimgeräte-Anbieter Tonal erlebte während der Pandemie zunächst einen Aufschwung, sah sich dann aber mit steigenden Kosten und Herausforderungen in der Lieferkette konfrontiert. Das Unternehmen entließ 35% seiner Belegschaft und legte den Fokus auf Nachhaltigkeit und Profitabilität. Tonal hob hervor, dass trotz des Wachstums die Kosten, besonders unter den Bedingungen des makroökonomischen Klimas und globalen Lieferkettenproblemen, ebenfalls stark anstiegen. Kürzlich hat Tonal 130 Millionen Dollar an frischem Kapital aufgebracht und zielt auf eine stärkere Fokussierung auf profitable Expansion ab. Die hohe Preisgestaltung, die zudem eine 12-monatige Abonnementpflicht nach sich zieht, stellt jedoch weiterhin eine Abschreckung für viele potenzielle Kunden dar​.

Der einstige Börsenliebling Peloton konnte zu Beginn der Pandemie einen enormen Nachfrageanstieg verzeichnen, erlebte aber im weiteren Verlauf einen drastischen Rückgang des Aktienwerts um 97% seit seinem Höchststand Ende 2020. Die Herausforderungen für Peloton sind vielschichtig und spiegeln die Schwierigkeiten des gesamten Sektors wider, darunter Überbewertungen während des Pandemiebooms und ein abflauendes Interesse, als die Welt wieder zur Normalität überging.

BowFlex (früher bekannt als Nautilus), ein weiterer Hersteller von Fitnessgeräten, meldete im Zuge der nachlassenden Nachfrage und des starken Rückgangs seines Aktienkurses Insolvenz an. Dies verdeutlicht die prekäre Situation, in der sich selbst etablierte Akteure im Fitnessgerätemarkt befinden können.

Noom, eine Plattform zur Gewichtsreduktion, und Weight Watchers (WW International) haben ebenfalls Schwierigkeiten zu bewältigen. Beide Unternehmen führten Runden von Entlassungen durch, als Reaktion auf veränderte Marktbedingungen und Herausforderungen in ihrem jeweiligen Geschäftsfeld. Weight Watchers sah einen starken Aktienkursrückgang, insbesondere nachdem Oprah Winfrey ihren Rücktritt aus dem Vorstand bekannt gab und ihre Entscheidung öffentlich machte, fortan auf Medikamente zur Gewichtsreduktion umzusteigen.

Diese Entwicklungen unterstreichen die volatile Natur des Fitness-Startup-Sektors, der stark von Markttrends, Verbraucherverhalten und makroökonomischen Bedingungen beeinflusst wird. Mit etwas Fantasie zeichnet sich sogar ein Trend ab, dass viele der „aktiven“ Fitness-Apps von „passiven“ Wellness-Apps, etwa zur Entspannung, für einen besseren Schlaf oder zur Angstreduktion abgelöst werden.

Mehr dazu auf Crunchbase.

Moritz Grumbach

Hi, ich bin Moritz Grumbach - DeinStartup.Coach!
Vor meiner Zeit als Gründungsberater habe ich zwei Startups gegründet, mehrere Millionen Euro geraised und ein breites Netzwerk an Experten und Investoren aufgebaut. Heute berate ich Gründer*Innen beim Aufbau ihres Unternehmens, bin Mentor in einigen internationalen Accelerator-Programmen und unterrichte Entrepreneurship & Innovation an einer deutschen Hochschule.

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